Leistungsspange

Die Leistungsspange ist die höchste Auszeichnung, die man in der Jugendfeuerwehr erhalten kann. Sie umfasst sowohl feuerwehrtechnische als auch sportliche Disziplinen. Man kann sie als Gruppe (9 Personen) erwerben. Das Mindestalter zum Erwerb der Leistungsspange beträgt 15 Jahre, das Höchstalter 18.

Bei diesem Leistungsabzeichen stehen insbesondere die persönliche Haltung, ein geschlossenes Auftreten, Schnelligkeit und Ausdauer, Körpergewandtheit und feuerwehrtechnisches Wissen und Können im Vordergrund. Die Leistungsspange kann nur als Gruppe, nicht als Individuum erlangt werden, was den Zusammenhalt und das Teamwork in der Feuerwehr wiederspiegeln und stärken soll.

Folgende Dinge sind Voraussetzung, um die Leistungsspange zu erhalten:

  • Am Tag der Abnahme mindestens ein Jahr Mitglied einer Jugendfeuerwehr, maßgebend hierfür ist das Eintrittsdatum
  • Gültiger Mitgliedsausweis der Deutschen Jugendfeuerwehr
  • Zwischen 15 und 18 Jahre alt, wobei man im Jahr der Abnahme 15 sein oder werden muss bzw. nicht 19 werden darf

Folgende Disziplinen werden im Rahmen der Leistungsspangenabnahme geprüft:

Kugelstoßen

Es gibt drei Möglichkeiten, das Kugelstoßen durchzuführen: auf einer Bahn von 80 m Länge und 6 m Breite, aus dem Kugelstoßkreis oder von derselben Startlinie aus. Alle Teilnehmer*innen haben die Möglichkeit, einmal zu werfen. Die männlichen Teilnehmer stoßen eine Kugel mit 4 kg Gewicht, die weiblichen Teilnehmerinnen eine Kugel mit 3 kg Gewicht. Dabei darf kein Anlauf genommen, es dürfen nicht mehr als zwei Schritte gegangen werden. Beim Übertreten wird der Stoß nicht gewertet. Mit dem letzten Stoß muss eine Gesamtweite von 55 m erreicht werden, um einen Punkt zu erhalten und die Disziplin zu bestehen. Die Bewertung staffelt sich wiefolgt:

  • 0 Punkte, wenn unter 55 m Gesamtweite geworfen wird
  • 1 Punkt, wenn bis 59 m Gesamtweite geworfen wird
  • 2 Punkte, wenn bis 64 m Gesamtweite geworfen wird
  • 3 Punkte, wenn bis 70 m Gesamtweite geworfen wird
  • 4 Punkte, wenn mehr als 70 m Gesamtlänge geworfen wird

Staffellauf

Die Jugendlichen müssen in dieser Disziplin einen Staffellauf auf 1500 m durchführen. Dabei kann entweder eine 400 m Stadionlaufbahn verwendet werden, die entsprechend 3,75 mal umrundet werden muss, oder eine gerade, 1500 m lange Strecke. Kürzere Wege mit entsprechender Wendemarke sind ebenfalls möglich. Die Strecke muss durch alle neun Angehörigen der Gruppe bewältigt werden, wobei die 1500 m in beliebig lange Teilstücke eingeteilt werden dürfen, jedoch darf jede Teilnehmerin bzw. jeder Teilnehmer nur ein mal eingesetzt werden. Die Läufer*innen sollten entsprechend ihrer Leistungsfähigkeit für längere oder kürzere Laufstecken eingeteilt werden. Als Stafette dient ein Staffelstab, der beim Wechsel dem nächsten Läufer zu übergeben ist. Der letzte Läufer bzw. die letzte Läuferin muss zur Erfüllung der Leistung den Staffelstab spätestens nach 4 Minuten und 10 Sekunden durch das Ziel getragen haben, um einen Punkt zu erhalten und die Disziplin zu bestehen. Die Bewertung staffelt sich wiefolgt:

  • 0 Punkte, wenn 4 Minuten 10 Sekunden überschritten werden (> 250 Sekunden)
  • 1 Punkt, wenn nicht mehr als 4 Minuten 10 Sekunden benötigt werden
  • 2 Punkte, wenn nicht mehr als 3 Minuten und 55 Sekunden benötigt werden
  • 3 Punkte, wenn nicht mehr als 3 Minuten und 40 Sekunden benötigt werden
  • 4 Punkte, wenn nicht mehr als 3 Minuten und 25 Sekunden oder weniger benötigt werden

Die Disziplin gilt ferner als nicht bestanden, wenn die Zeit (4 Minuten 10 Sekunden) überschritten wurde, die Laufbahn verlassen wurde, um einen Vorteil zu erhalten, nicht alle Gruppenmitglieder eingesetzt wurden, ein Gruppenmitglied mehrfach eingesetzt wurde, der Staffellauf nicht die Ziellinie erreicht hat, dreimal falsch gestartet wurde oder ein anderer Läufer bzw. eine andere Läuferin behindert wurde.

Schnelligkeitsübung

Die Gruppe muss im Rahmen der Schnelligkeitsübung insgesamt 8 doppelt gerollte C-Schläuche auf einer geraden Strecke auf Zeit ausrollen und zu einer Schlauchleitung aneinanderkuppeln. Die Gruppenmitglieder tragen dabei Nummerntücher von 1 bis 8, der Gruppenführer entweder kein Tuch oder eines mit dem taktischen Zeichen für „Gruppenführer“. Die Gruppe startet an der Startlinie rechts oder links neben der Festkupplung und hinter den einheitlich stehenden oder liegenden Schläuchen. Um einen Punkt zu erreichen und die Disziplin zu bestehen muss die Schlauchleitung in 75 Sekunden oder weniger verlegt werden. Die Bewertung staffelt sich wiefolgt:

  • 0 Punkte, wenn 75 Sekunden überschritten werden
  • 1 Punkt, wenn nicht mehr als 75 Sekunden benötigt werden
  • 2 Punkte, wenn nicht mehr als 65 Sekunden benötigt werden
  • 3 Punkte, wenn nicht mehr als 60 Sekunden benötigt werden
  • 4 Punkte, wenn nicht mehr als 55 Sekunden oder weniger benötigt werden

Die Disziplin gilt ferner als nicht bestanden, wenn die Zeit (75 Sekunden) überschritten wurde, nicht alle Kupplungen gekuppelt wurden, die Schlauchleitung eine ganze Drehung vorweist oder ein Gruppenmitglied nicht mit seinem Vorgänger bzw. seinem Nachfolger gekuppelt hat.

Löschangriff

Um schließlich auch dem feuerwehrtechnischen Charakter der Leistungsspange gerecht zu werden, muss die Gruppe zügig eine Löschübung ohne Bereitstellung mit Wasserentnahmestelle aus offenem Gewässer gem. FwDV 3 und unter Einhaltung der vorgegebenen Bedingungen durchführen, um das Abzeichen zu erlangen. Zu verwenden sind dabei, neben den Ausrüstungsgegenständen der Trupps, vier Saugschläuche, doppelt gerollte C-Schläuche, drei C-Strahlrohre und eine Pumpe (i. d. R. eine PFPNP). Ist eine theoretische Wasserabgabe über alle drei Rohre möglich, dann gilt die Übung als bestanden. Liegt dagegen ein Mangel im Aufbau vor, der die theoretische Wasserabgabe auf einem der drei Rohre verhindert, gilt die Disziplin als nicht bestanden. Die Bewertung staffelt sich wiefolgt:

  • 0 Punkte gelten als mangelhaft, die Übung wurde nicht bestanden
  • 1 Punkt gilt als genügend, die Übung wurde bestanden
  • 2 Punkte gelten als befriedigend, die Übung wurde befriedigend bestanden
  • 3 Punkte gelten als gut, die Übung wurde gut bestanden
  • 4 Punkte gelten als sehr gut, die Übung wurde sehr gut bestanden

Fragenbeantwortung

In der letzten Disziplin haben alle Gruppenmitglieder Fragen aus den Bereichen Organisation und Ausrüstung der Feuerwehr, Löschmittel und Löschverfahren, Unfallverhütung sowie Gesellschafts- und Jugendpolitik zu beantworten. In einem ca. 15 minütigen Gespräch mit dem Wertungsrichter müssen die Jugendlichen hier ihr Wissen auf die Probe stellen. Dabei sollen auch Herkunft und örtliche Gegebenheiten der Gruppe berücksichtigt werden. Der Wertungsrichter kann seine Fragen frei wählen, Fragebogen oder ähnliches finden hier keine Anwendung. Die Disziplin gilt als bestanden, wenn die Gruppe die Fragen ausreichend beantworten konnte. Die Bewertung staffelt sich wiefolgt:

  • 0 Punkte gelten als mangelhaft, die Disziplin wurde nicht bestanden
  • 1 Punkt gilt als genügend, die Disziplin wurde bestanden
  • 2 Punkte gelten als befriedigend, die Disziplin wurde befriedigend bestanden
  • 3 Punkte gelten als gut, die Disziplin wurde gut bestanden
  • 4 Punkte gelten als sehr gut, die Disziplin wurde sehr gut bestanden

Gesamteindruck

Schließlich obliegt es jedem Wertungsrichter, den Gesamteindruck der Gruppe für seinen Bereich zu bewerten. Aus den fünf oben genannten Bereichen werden die Punkte für den Gesamteindruck gesammelt und der Durchschnitt wird als Endpunktzahl für den Gesamteindruck gezählt. Das Besondere ist, dass hier nicht die Leistung der Gruppe, sondern das Verhalten während den verschiedenen Disziplinen gewertet wird. Ausschlaggebend für die Wertung ist, wie die Gruppe miteinander umgeht, wie sie beim Antreten steht und sich verhält, ob sich der Gruppenführer beim Übungsleiter meldet, wie sich die Gruppenmitglieder untereinander verhalten und wie sich die Gruppe während der Disziplinen verhält. Die Bewertung staffelt sich wiefolgt:

  • 0 Punkte gelten als mangelhaft, die Disziplin wurde nicht bestanden
  • 1 Punkt gilt als genügend, die Disziplin wurde bestanden
  • 2 Punkte gelten als befriedigend, die Disziplin wurde befriedigend bestanden
  • 3 Punkte gelten als gut, die Disziplin wurde gut bestanden
  • 4 Punkte gelten als sehr gut, die Disziplin wurde sehr gut bestanden

Gesamtbewertung

Die Gruppe hat die Leistungsspange bestanden, wenn insgesamt 10 Punkte erreicht und in keiner Disziplin 0 Punkte erzielt wurden.

Es darf nur eine Disziplin am gleichen Tag einmal wiederholt werden und nur dann, wenn vorher alle anderen Disziplinen durchgeführt wurden. Der Löschangriff sowie die Fragenbeantwortung dürfen nicht wiederholt werden. Erzielt die Gruppe im Gesamteindruck 0 Punkte, gilt die Leistungsspange unabhängig von den anderen Disziplinen als nicht bestanden.

Hat die Gruppe insgesamt weniger als 10 Punkte erreicht, war der Gesamteindruck mangelhaft, wurde der Löschangriff oder die Fragenbeantwortung mit 0 Punkten bewertet oder wurde mehr als eine Disziplin mit 0 Punkten bewertet, so kann die Leistungsspange erst wieder nach vier Wochen wiederholt werden. Bei der Wiederholung nach vier Wochen müssen alle Disziplinen erneut durchgeführt werden.